Vorschlag zur Reformation unseres Schulsystems

Liebe Leser,

sicherlich haben Sie bemerkt, dass es in unserem Schulsystem krankt. Es brechen immer mehr Schüler frühzeitig ab, die Durchfallquote steigt, die Sitzenbleiber bilden eigene Klassen und ohne Abitur hat man heutzutage zu kämpfen, um eine Stelle als Pförtner zu bekommen. Nichts gegen Pförtner, es ist ein ehrenwerter Beruf, der von ehrenwerten Menschen ausgeübt wird. Aber jetzt mal ehrlich: so geistig fordernd ist das ja nun wirklich nicht und wird doch gerne von bildungsfernen Bürgern ausgeübt.

Man könnte ja jetzt sagen, wir verkleinern die Klassen, stellen mehr Lehrer ein, reduzieren das Verteidigungsbudget zu Gunsten der Bildung, motivieren Lehrer wie Schüler über ein Bonussystem, gehen weg vom Frontalunterricht und hin zur Erlebnispädagogik, verbessern die methodische und didaktische Ausbildung der Lehrer und modernisieren das Lehrmaterial, fördern Hochbegabte anstatt sie mit Ritalin vollzustopfen und helfen den doofen weniger doof zu sein, indem sie Einzelbetreuung bekommen. Nur um mal einen Anfang zu machen.

Nein, liebe Leser, das wäre zu einfach. Hier mein Vorschlag:

  • Frühförderung des ungeborenen Kindes durch ständige Beschallung mit mindestens drei Fremdsprachen, direkt nach der Befruchtung der Eizelle.
  • Bei der Geburt muss mindestens ein Arzt dabei sein, der im Ausland studiert hat, um seine internationale Erfahrung direkt nach Verlassen des Geburtskanals in das Kind zu projizieren.
  • Sofort nach der Geburt, kommt das Kind in eine staatlich geförderte Betreuungseinheit und belegt dort Kurse wie „Unterwasserfrühfranzösisch“ und „Excelkurse für angehende Akademiker unter Bedingungen der Schwerelosigkeit“, sowie den Führungskurs „Zügiges Kartoffelschälen durch Delegierung“.
  • Jedes Kind muss von Geburt an mindestens zwei Mal pro Woche in einen Selbstbehauptungskurs, um auf die Konkurrenzsituation in der Arbeitswelt vorbereitet zu werden.
  • Spielen wird verboten, damit das Kind sofort merkt, dass das Leben kein Ponyhof ist, sondern nur die Harten in den Garten kommen. Wahlweise kann man hier Mobbingkurse für angehende Führungskräfte einflechten oder…
  • … die dadurch gewonnene Zeit, für Grundkurse der Börsennotation und Wirtschaftsrechtskunde nutzen.
  • In den Schulen werden nur die Eliten gefördert. Die Zugehörigkeit wird durch wöchentliche Tests überprüft.
  • Alle dadurch enttarnten Dummköpfe kommen in eine eigene Klasse. Dies wird dann im Zeugnis vermerkt, um die Arbeitgeber vor diesen Faulenzern zu warnen. Dadruch können sie später besser für Jobs wie z.B. Krabbenschäler, Klofrauen oder Unterwasserschiffslackierer Zwangsrekrutiert werden.
  • Nichtangepasste Kinder kommen ins Heim!
  • Deren Eltern in den Knast!
  • Eltern erhalten einen wöchentlichen Statusbericht mit Prognose für die berufliche Entwicklung ab dem Kindergarten, um frühzeitig Gegenzusteuern, sollte das Kind einen eigenen Willen entwickeln.
  • Kinder, die auffällig werden durch ekelhaft kindstypisches Verhalten wie z.B. Fußballspielen, Singen, Lachen, bekommen die Gehirnwäsche CD, besprochen von Heino mit dem Titel „Wer fröhlich ist, der schadet sich.“

Alternativ dazu habe ich folgenden Vorschlag:

Wir akzeptieren unsere Kinder, wie sie sind und helfen ihnen, wo wir können, schaffen die Hausaufgaben ab und lassen sie mehr erleben und fördern ihre natürliche Neugierde, unterstützen sie in ihrem Berufswunsch, ob Astronaut oder Straßenkehrer und sorgen dafür, dass sie einfach glücklich sind.

Bis dahin

Ihne Ihn

Meddi Müller



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Veröffentlicht30. Mai 2017 von meddi in Kategorie "Blog