Quo Vadis, Homo Sapiens?

Lieb Leser,

Ich will nicht sagen, dass ich ein Menschenfeind bin. Aber ein Freund dieser Spezies bin ich nun auch nicht. Ich fühle mich eher so, dass es mich schon freut, einer zu sein, aber irgendwie schäme ich mich auch dafür. Und das Schlimmste an der ganzen Sache ist, dass es allen Grund dafür gibt, sich zu schämen. Für all die Zerstörung, den Zorn, die Dummheit und Rücksichtslosigkeit …

Wenn wir mal von der weltpolitischen Lage absehen, die mir einen eiskalten Schauer über den Rücken jagt, sollten wir bei unseren alltäglichen Aussetzern beginnen, die Menschheit liebeswerter zu machen. Ich nehme mich da gewiss nicht aus. Wer mich kennt, weiß, dass ich weit von perfekt im Umgang mit den Mitmenschen entfernt bin. Sehr weit … aber das liegt aber auch ein gehöriges Stück daran, dass ich das Gefühl nicht los werde, dass die Menschheit um mich herum teilweise einfach so beschissen scheiße geworden ist, dass ich einfach nicht anders kann, als sie zu verachten.

Wenn ich sehe, dass Möchtegern-Profiradfahrer einen 1,2 Millionen teuren Radweg, der picco bello ist, verschmähen, weil sie nicht mit dem Pöbel auf dem gleichen Radweg fahren wollen. Wenn ich sehe, oder besser gesagt; höre, dass man sich im Kino während des Hauptfilm in voller Lautstärke über belanglosen Mist unterhält und damit den anderen das ohnehin völlig überteuerte Vergnügen zerstört. Wenn ich sehe, dass man parkt, wie man es für richtig hält oder wo es am Nächsten zum Haus ist; egal, ob da jetzt ein RTW oder gar die Feuerwehr durchpasst. Wenn ich sehe, dass Kinder keinerlei Respekt mehr vor Fremden haben und sie behandeln wie ihre Dienstboten. Wenn ich sehe, dass Eltern ihre Kinder im Kaffee mit Sand unter dem Tisch spielen lassen und dem Personal dann sagen, dass sie es wegfegen sollen. Wenn aus allen Ecken und Menschen die Arroganz des Geldes spratzt, nach dem Motto: “Platz da, jetzt kommt der König mit dem dicken Portemonnaie”. Oder wenn das Kindeswohl gefährdet ist, weil jemand ein Kopftuch trägt (oder auch nur halb übergezogen hat). Wenn ich sehe, dass eine Partei, die offensichtlich verfassungsfeindlich ist, mit zweistelligen Prozenten gewählt wird und die Wähler noch nicht mal wissen, welch unfassbare Dummheit sie damit wählen. Wenn ich überall  auf der Welt Ungerechtigkeit und Elend sehe und wir hier gleichzeitig wie die Made im Speck rumjammern, dass wir nicht genug haben …

… bei all dem und noch so viel mehr, könnte ich im Strahl kotzen.

Es ist unerträglich, wie Teile der derzeitigen Generation, die im absoluten Überfluss lebt, rumjammert und nichts … aber auch gar nichts mit seinem Reichtum anfängt, außer sich selbst immer weiter in der Dekadenz zu ersticken. Ich verliere dabei den Glauben an den Sinn der Menschheit. Nur noch Ellenbogen raus und dem anderen in die Fresse, damit der mir nichts vom Manna wegnimmt. Und das in allen Lebenslagen. Wi – der – lich.

Ich will hier nichts verallgemeinern und niemanden in Sippenhaft nehmen. Aber täglich begegnet mir da draußen mindestens ein rücksichtsloses Arschloch und täglich werden es mehr. Denn wenn Arsch und Arsch ein Kind bekommen, sind es automatisch drei Arschlöcher, die die Luft verpesten. Wir sind immer auf der Suche nach dem Sinn des Lebens … ich kenne ihn auch nicht wirklich. Aber eines weiß ich mit Sicherheit: Der Sinn des Lebens ist nicht, dass man rücksichtlos und egoistisch durchs Leben marschiert und dabei nur nach seinem Vorteil sucht.

Ich glaube nämlich, dass der Sinn des Lebens ist, das man MENSCH bleibt. Was das bedeutet, weiß hoffentlich jeder!

Bis dahin

Lesen Sie wohl

Ihne Ihrn

Meddi Müller



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Veröffentlicht27. Juni 2017 von meddi in Kategorie "Blog